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Es gibt Hotels, die einen Namen tragen, und es gibt Hotels, die eine Persönlichkeit haben. Das Vanderpump Hotel gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Seit Sommer 2026 prangt an einer der berühmtesten Kreuzungen von Las Vegas, direkt gegenüber vom Hotel Caesars Palace, der Name einer Frau, die in Amerika fast jeder kennt, bei uns aber kaum jemand: Lisa Vanderpump. Aus dem früheren Cromwell hat sie ihr allererstes Hotel gemacht, mit Blumen, Hunden, Samt und einem Augenzwinkern an jeder Ecke. Wer ist diese Frau, wie viel von ihr steckt in diesem Hotel, und wo hakt es noch? Schauen wir es uns genauer an.
Wer ist Lisa Vanderpump?
Lisa Vanderpump wurde am 15. September 1960 in London geboren und wuchs im Stadtteil Dulwich auf. Schon als kleines Mädchen stand sie im Rampenlicht: Ballettunterricht mit drei, Schauspielschule mit neun, und mit 13 Jahren gab sie ihr Filmdebüt in der Komödie „Mann, bist du Klasse!“ aus dem Jahr 1973. Es folgten Gastrollen im Fernsehen, unter anderem im „Palm Beach-Duo“, über 100 Werbespots und Auftritte in Musikvideos, etwa beim Hit „Poison Arrow“ der britischen Band ABC.
Vanderpump ist übrigens ihr echter Geburtsname, kein Künstlername. Genau den wollte man ihr als junge Schauspielerin aber ausreden, weil er den Filmleuten zu ungewöhnlich klang. Sie schlugen ihr einen Künstlernamen vor, im Gespräch war unter anderem Kennedy. Die junge Schauspielerin weigerte sich und blieb bei Vanderpump. Heute leuchtet genau dieser Name in großen Buchstaben über dem Strip. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten.
Ihr eigentliches Talent liegt aber in der Gastfreundschaft. Zusammen mit ihrem Mann Ken Todd baute sie in London mehr als 25 Restaurants, Bars und Clubs auf. Nebenbei kauften die beiden alte Häuser, gestalteten sie um und verkauften sie wieder. Nach Jahren in London und Monaco zog die Familie 2005 nach Beverly Hills. Im selben Jahr stieg Lisa beim Restaurant SUR in West Hollywood ein, ganz klassisch per Handschlag und ohne Vertrag.
Der große Ruhm kam mit dem Fernsehen. Von 2010 bis 2019 gehörte sie zu den Hauptdarstellerinnen der Reality-Serie „The Real Housewives of Beverly Hills“. Zum Casting überredet hatte sie ihre Freundin Jennifer Stallone, die Frau von Sylvester Stallone. Mit britischem Humor, viel Pink und einem kleinen Hund auf dem Arm fiel sie sofort auf. Schon bald bekam sie ihre eigene Serie: Seit 2013 läuft „Vanderpump Rules“, die im Restaurant SUR spielt und das Leben der Kellnerinnen und Barkeeper hinter den Kulissen zeigt. Produziert wird sie bis heute von ihr selbst.
Ihre größte Leidenschaft sind aber Hunde. Mit ihrer Vanderpump Dog Foundation rettet sie Hunde aus schlechter Haltung, allein in Los Angeles waren es bisher über 3.000. Sie kämpft gegen das grausame Hundefleisch-Festival im chinesischen Yulin und hat sich vor dem US-Kongress für ein Gesetz gegen Tierquälerei eingesetzt, das 2019 verabschiedet wurde. Blumen, Hunde und Gastfreundschaft, mit diesen drei Dingen lässt sich Lisa wohl am besten beschreiben.
Was viele überrascht: Trotz Villa und Fernsehruhm ist sie erstaunlich bodenständig. Nägel und Make-up macht sie meist selbst, sie reist ohne Assistentin, nur mit ihrem Hund, und trinkt mehr Tee als Alkohol. Zwölf Jahre lang hat sie jeden Montag Obdachlose mit Essen versorgt. Ihre Enkel nennen sie „Nanny Pinky“, und diesen Titel trägt sie mit besonderem Stolz.
Lisa und Ken: verheiratet nach drei Monaten
Seit über 40 Jahren steht Ken Todd an ihrer Seite. Die beiden lernten sich 1982 in London kennen, Lisas Bruder hatte sie einander vorgestellt. Sie war 21, er 16 Jahre älter und eigentlich so gar nicht der Mann, den sie sich vorgestellt hatte. Gefunkt hat es trotzdem sofort. Nach rund sechs Wochen waren sie verlobt, nach drei Monaten verheiratet.
Mit 21 schon verheiratet? Für die junge Braut war das kein braves Sesshaftwerden, sondern der Start in ein gemeinsames Abenteuer, das bis heute anhält. In ihrem neuen Buch beschreibt sie Ken als wilden Löwen, den sie zähmen wollte. Offenbar hat es geklappt.
Bei der Hochzeit hat Lisa ihren Nachnamen bewusst behalten und nicht den Namen ihres Mannes angenommen. Lisa Todd wollte sie nicht heißen, denn Liza Todd hieß auch die Tochter von Elizabeth Taylor. Als ihre Tochter Pandora zur Welt kam, wurde sie im Krankenhaus prompt gefragt, ob ihre Mutter Elizabeth Taylor sei. Heute nennen die Amerikaner Ken einfach „Mr. Vanderpump“, und er nimmt es mit Humor. Und mal ehrlich: Ein Todd Hotel hätte am Strip auch nicht halb so gut geklungen.
Die beiden haben zwei Kinder, Pandora und Max, und inzwischen auch Enkel. Zusammen haben sie rund 40 Restaurants, Bars, Clubs und jetzt ein Hotel eröffnet. Ihr Rezept für eine lange Ehe ist erfrischend ehrlich: zwei unvollkommene Menschen, Geben und Nehmen und vor allem Respekt. Und eine Portion Humor: Kens Augen werden mit dem Alter schlechter, eine Operation lehnt Lisa aber augenzwinkernd ab. Solange er nicht ganz scharf sieht, findet er nämlich, sie sehe noch genauso aus wie vor 40 Jahren. Wie die Geschichte ausging, wissen nur die beiden.
Vom Barbary Coast zum Vanderpump: ein Gebäude mit vier Namen
Das Gebäude an der Ecke Flamingo Road hat schon einige Leben hinter sich. 1979 eröffnete hier das Barbary Coast, ein Casino im viktorianischen Stil mit Buntglasfenstern, gebaut vom Casinounternehmer Michael Gaughan. Schon ein Jahr später schrieb es Geschichte: Als im November 1980 auf der anderen Straßenseite im damaligen MGM Grand, dem heutigen Hotel Horseshoe, ein verheerender Brand ausbrach, diente das Barbary Coast als Sammelstelle für die Evakuierten.
2007 wurde daraus Bill’s Gamblin‘ Hall & Saloon, benannt nach Bill Harrah, dem Gründer der Harrah’s-Casinos. 2014 folgte der große Umbau zum Cromwell, dem ersten eigenständigen Boutique-Hotel am Strip. Das Gebäude wurde dafür fast komplett entkernt und um drei Stockwerke erhöht, ganz oben entstand der Drai’s Beach Club, ein bekannter Pool- und Nachtclub. Dunkle Farben, viel Rot und eine verruchte Stimmung waren das Markenzeichen des Cromwell.
Im März 2025 verkündete Caesars Entertainment, dem das Hotel gehört, die Partnerschaft mit Lisa Vanderpump. Nach dem Umbau zogen Ende Mai 2026 die ersten Gäste ein, die große Eröffnung folgte am 11. Juni 2026. Lisa fuhr standesgemäß in einem maßgefertigten Rolls-Royce vor, bekam einen symbolischen Schlüssel zum Strip überreicht, und zum Abschluss malten 600 Drohnen eine Lichtshow in den Nachthimmel.
Ihr erstes Hotel: so viel Lisa steckt drin
Restaurants und Bars hat Lisa schon viele eröffnet, in Las Vegas zum Beispiel den Vanderpump Cocktail Garden im Hotel Caesars Palace, Vanderpump à Paris im Hotel Paris und Pinky’s by Vanderpump im Hotel Flamingo. Ein ganzes Hotel aber war Neuland. Ein Jahr lang haben sie und ihr Designpartner Nick Alain an jedem Detail gearbeitet. Fast jedes Möbelstück hat sie selbst ausgesucht, bis hin zum Casinoteppich und den Farben der Spieltische. Nach 188 Zimmern dürfte ihr so schnell kein Restaurant mehr Angst machen.
Ihren Stil nennt sie „industrial romantic“, also industriell und romantisch zugleich: Moosgrün und zartes Flieder, Samt, Gold und Silber, Spiegel und glitzerndes Licht. Überall stehen frische Blumen, und überall begegnet man der Hausherrin selbst. Ein Wandbild zeigt sie im langen Mantel mit Regenschirm auf einer verregneten Londoner Straße vor dem Big Ben, daneben eine rote Telefonzelle, und eine lange Fotowand hinter der Center Bar erzählt in Schwarz-Weiß-Bildern aus ihrem Leben, mit Familie, Freunden und Prominenten. Am Eingang vom Strip begrüßt ein altes englisches Taxi die Gäste, aus dessen Fenster ein Hund schaut. Das Motto des Hauses steht an den Wänden: „Misbehave accordingly“, frei übersetzt: Benimm dich ruhig ein bisschen daneben.
Ihr Leitgedanke für das Hotel heißt „attainable luxury“, also erreichbarer Luxus. Zimmer für 2.000 Dollar die Nacht wollte sie nicht, denn ihre Fans haben immer zu ihr gehalten, und für die soll es erschwinglich bleiben. Am meisten bedauert sie, dass ihre Eltern das Hotel nicht mehr erleben durften.
Wer die Entstehung des Hotels miterleben möchte: In den USA zeigt der Sender Bravo ab dem 20. Oktober 2026 die dreiteilige Doku „Vanderpump Rules: Lisa Las Vegas“ über die Eröffnung. Bei uns laufen Lisas Serien im englischen Original beim Reality-Streamingdienst hayu, den es auch als kostenpflichtigen Zusatzkanal bei Amazon Prime Video gibt. Ob die neue Doku dort ebenfalls erscheint, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Die Lage: mitten auf der 50-Yard-Linie
Im American Football würde man sagen, das Hotel liegt auf der 50-Yard-Linie, also genau in der Mitte des Spielfelds. Das Vanderpump Hotel steht an der Ecke Las Vegas Boulevard und Flamingo Road. Direkt nebenan liegt das Hotel Flamingo, gegenüber das Hotel Caesars Palace, schräg gegenüber das Hotel Bellagio mit seinen Fontänen, und auf der anderen Seite der Flamingo Road das Hotel Horseshoe mit dem Hotel Paris. Über eine Fußgängerbrücke ist man in wenigen Minuten im Caesars Palace.
Weil das Haus so überschaubar ist, sind die Wege kurz. Von der Lobby über die Bar ins Casino und hinauf aufs Zimmer sind es nur ein paar hundert Schritte. Wer schon einmal mit Koffer durch eines der riesigen Resorts geirrt ist, weiß das zu schätzen. In London wäre ein Hotel mit fast 200 Zimmern schon ein großes Haus, in Las Vegas ist es dagegen ein echtes Baby.
Ankunft und Check-in: Teekannen und eine Münze mit Giggy
Eine Stolperfalle gleich vorweg: Der Hoteleingang mit der Rezeption liegt nicht am Strip, sondern hinten an der Hotelauffahrt beim Parkhaus. Mit Google Maps ist er nur schwer zu finden. Wer mit Taxi oder Uber kommt, lässt sich darum am besten ausdrücklich dorthin bringen.
Hinter der Glastür empfangen einen frische Blumen, kleine Bäume, ein lila Samtsofa und Buchstützen in Hundeform. Die Rezeption liegt in einem eigenen Raum, ruhig und schummrig wie eine Jazzbar, und in den Regalen steht eine riesige Sammlung von Teekannen und Teetassen. Check-in ist ab 16 Uhr, mit etwas Glück ist das Zimmer früher fertig.
Beim Einchecken bekommt man eine schwere Münze mit dem Bild von Giggy, Lisas verstorbenem Pomeranian, also einem Zwergspitz. Sie ist ein Gutschein für einen Begrüßungscocktail in der Lounge Gigolo, viele behalten sie aber lieber als Andenken. Ein Haken: Es gibt nur zwei Aufzüge, und die stammen sichtbar aus älteren Zeiten. Zu den Check-in- und Check-out-Zeiten muss man mit etwas Wartezeit rechnen, an der Rezeption ebenfalls, wenn nur eine Person Dienst hat.
Die Zimmer: hell, duftend und voller Überraschungen
Wer das Cromwell noch kennt, erkennt die Zimmer kaum wieder. Statt dunkler Rot- und Schwarztöne gibt es jetzt Grau und Weiß mit Lavendel, Efeugrün und Gold, dazu einen Kronleuchter, viele Lampen und Spiegel. Die Standardzimmer mit Kingsize-Bett oder zwei Queensize-Betten sind mit rund 33 Quadratmetern (360 Quadratfuß) nicht gerade groß, die vielen Spiegel lassen sie aber geräumiger wirken. Manchen ist der Stil ein bisschen zu verspielt, den meisten gefällt er.
Das Erste, was auffällt, ist der Duft: Im Zimmer liegt ein leichter Blumenduft, und sogar die Kissen duften. Das Bett ist hoch, die Matratze neu und mittelfest, und hier schläft man erstaunlich gut. Kein Zufall: Ein fantastisches Bett stand bei der Planung ganz oben auf der Liste.
Und dann ist da noch eine Überraschung, über die alle schmunzeln: Aus dem Spiegelglas der Nachttische schauen einen Lisas Augen an. Wer nachts aufwacht, wird also beobachtet. Die Gastgeberin hat ihre Gäste eben immer im Blick.
Zur Ausstattung gehören eine Nespresso-Maschine mit kostenlosem Kaffee und Tee, zwei Flaschen Wasser, zwei Bademäntel und Hausschuhe mit Vanderpump-Logo, ein Föhn und statt eines Bügeleisens ein Dampfglätter. An Lampen und Nachttischen gibt es reichlich USB-Anschlüsse. Die Minibar ist prall gefüllt, sogar mit ganzen Flaschen Vanderpump-Wodka und Vanderpump-Wein aus der eigenen Getränkemarke, und natürlich teuer. Einen freien Kühlschrank für eigene Getränke gibt es meist nicht. Vorsicht: Die Minibar arbeitet mit Sensoren, wer etwas herausnimmt oder nur anhebt, dem wird es unter Umständen berechnet.
Der Ausblick ist leider oft nicht die Stärke des Hauses. Die Fenster sind schmal, und viele Zimmer schauen auf den Innenhof, eine Wand oder das Nachbargebäude. Wer den Strip oder sogar die Bellagio-Fontänen sehen möchte, bucht am besten ein Zimmer mit Strip-Blick. Wie ruhig es nachts ist, hängt stark vom Zimmer ab: Zur Strip-Seite und in der Nähe der Bars hört man Autos, Musik und feiernde Menschen, auf der anderen Seite ist es meist angenehm still. Wer empfindlich ist, fragt beim Check-in nach einem ruhigen Zimmer.
Das Badezimmer: hier steckt noch Cromwell drin
Im Bad merkt man, dass nicht alles neu ist. Es ist eng, bietet wenig Ablage und sieht fast noch aus wie zu Cromwell-Zeiten. Die Toilette liegt in einer eigenen Nische, allerdings ohne Tür, dafür mit einem kleinen Fenster, das sich öffnen lässt. Die Dusche hat eine Sitzbank und eine große Regendusche, aber keine Handbrause, und der Duschkopf hängt so hoch, dass man ihn nur verstellen kann, wenn man auf der Bank steht. Der alte Cromwell-Spruch an der Wand und das Bild eines Hundes auf einem roten Thron sind geblieben.
Eine Besonderheit sollte man kennen, bevor man sich mit Freundinnen oder Kollegen ein Zimmer teilt: Ein Teil der Duschwand ist ein Spiegel, durch den man vom Zimmer aus in die Dusche sehen kann, je nach Licht mehr oder weniger. Und weil die Toilette keine Tür hat, ist auch sie nicht ganz blickdicht. Für Paare ist das ein Spaß, für alle anderen eher nicht. Dafür sind die Handtücher neu und herrlich weich, und die Pflegeprodukte tragen natürlich den Namen Vanderpump.
Gigolo: eine Bar für einen kleinen Hund
Das Herz des Hotels ist die neue Lounge Gigolo gleich neben der Rezeption. Benannt ist sie nach Giggy, dem Zwergspitz, der durch die Fernsehserien berühmt wurde und inzwischen verstorben ist. Als Lisa den Namen bei Caesars vorschlug, dachten die Verantwortlichen beim Wort Gigolo erst an einen ganz anderen Herrn. Dass es um einen Hund ging, fanden sie zunächst noch schräger. Lisa hat sich trotzdem durchgesetzt.
Giggy war nie ein gesunder Hund. Er hatte Haarausfall und später ein schwaches Herz, und Lisa hat ihn mit unendlich viel Liebe und Geduld durch so manche Krise gebracht. Er war der Anstoß für ihre Hundestiftung. Heute steht im Gigolo eine rund 1,50 Meter große Statue von ihm, daneben hängt ein Porträt mit seinem Frauchen, und selbst die Cocktailspieße haben Hundeform. Vor allem Hundefreunde bleiben hier gern einen Moment stehen und denken an den eigenen Liebling.
Die Lounge ist dunkel und romantisch, mit Rosen, Kronleuchtern und Schmiedeeisen, fast wie in einem verwunschenen Schlossgarten. Es gibt vor allem Cocktails und dazu nur kleine Snacks, ein Cocktail kostet rund 24 bis 30 Dollar. Der Klassiker ist der Pumptini, Lisas berühmter Hauscocktail. Der Jiggy Tonic mit Gin und Lavendel kommt in einem Glas so groß wie ein Goldfischglas, und wer den Hush Hush bestellt, bekommt eine Karte mit Umschlag dazu: Darauf schreibt man ein Geheimnis, das Lisa angeblich selbst liest. Kleiner Tipp ganz im Sinne der Gastgeberin: Vor dem Eingang kurz stehen bleiben und den Duft der Blumen einatmen.
Casino und Bars: überschaubar, aber mit Stil
Das Casino ist mit rund 3.700 Quadratmetern (40.000 Quadratfuß) eines der kleineren am Strip, mit etwa 370 Spielautomaten und 26 Spieltischen. Selbst im Teppich steckt das V von Vanderpump, und über den Tischen hängen neue Kristallleuchter. Lisas Initialen LV stehen übrigens auch für Las Vegas, besser hätte man es nicht planen können. Unter der Woche ist es oft ruhig, und das hat Vorteile: Der Getränkeservice ist aufmerksam, und man findet leichter einen Platz am Tisch. Die Mindesteinsätze schwanken je nach Tag und Uhrzeit. Geraucht werden darf nur in ausgewiesenen Bereichen des Casinos.
Mitten im Casino liegt The Bar, die Center Bar mit samtigen Sesseln, rund um die Uhr geöffnet, mit abendlicher Livemusik und täglicher Happy Hour. Dazu kommen ein ruhiges Caesars Sportsbook, also ein Wettbüro für Sportwetten, und für Nachtschwärmer Drai’s After Hours im Untergeschoss, ein Club, der erst weit nach Mitternacht öffnet. Das Vanderpump ist ein Caesars-Hotel, die Spielerkarte Caesars Rewards gilt hier genauso wie in den anderen Caesars-Hotels am Strip. Wie so eine Spielerkarte funktioniert und für wen sie sich lohnt, steht in meinem Beitrag Die Players Card in Las Vegas erklärt.
Essen und Trinken: Giada und die Nachbarschaft
Ein echtes Restaurant gibt es im Haus nur eines, dafür ein richtig gutes: das Giada der amerikanischen Fernsehköchin Giada De Laurentiis. Es ist schon seit 2014 im Haus, liegt oben über der Rolltreppe und hat große Fenster mit Blick auf die Bellagio-Fontänen und das Caesars Palace. Brunch gibt es täglich von 8 bis 14:30 Uhr, Abendessen ab 16:30 Uhr. Berühmt sind die Zitronen-Spaghetti, aber auch die Arancini, das Schweinekotelett mit Pfirsich und das Tiramisu sind einen Versuch wert. Günstig ist es nicht: Für einen Brunch zahlt man pro Person schnell um die 80 Dollar.
Für den schnellen Kaffee gibt es einen Starbucks, dazu den kleinen Laden Curios in der Lobby. Dort gibt es neben Snacks und Reisebedarf allerlei Vanderpump-Fanartikel, von glitzernden Caps über Seidenpyjamas bis zu Lisas eigenem Rosé. Ein hübsches Mitbringsel für alle, die zu Hause geblieben sind. Mehr gibt es im Haus nicht, und genau das ist eine der Schwächen. Zum Glück liegt das Hotel mitten im Geschehen: Gleich gegenüber vom Strip-Eingang serviert Pinky’s by Vanderpump im Hotel Flamingo Lisas Küche und Cocktails und ist einen Abend wert. Die Restaurants der Hotels Caesars Palace, Horseshoe und Paris sind zu Fuß erreichbar. Günstige Getränke und Snacks gibt es im CVS-Drogeriemarkt auf der anderen Seite der Flamingo Road beim Hotel Horseshoe.
Soleia: Pool mit Blick auf den Strip
Auf dem Dach im 11. Stock liegt Soleia, früher der Drai’s Beach Club. Aus dem lauten Dayclub, also einer Poolparty mit DJ, ist ein entspannter Pool geworden, mit zwei Becken, Cabanas (mietbaren Pavillons), teils mit eigenem kleinen Tauchbecken, und einem Ausblick, den viele zu den schönsten am Strip zählen: Bellagio-Fontänen, Caesars Palace, Eiffelturm. Hotelgäste haben freien Eintritt.
Ehrlicherweise ist der Pool aber auch die größte Schwachstelle des Hotels. Die Anlage wirkt etwas in die Jahre gekommen, die roten Liegen stammen noch aus Drai’s-Zeiten, und kostenloser Schatten ist knapp. Ein Daybed, also eine Liegeinsel für zwei, kostete im Sommer rund 175 Dollar plus noch einmal so viel als Mindestverzehr. Der Pool hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, schließt also recht früh, und ist ab und zu wegen privater Veranstaltungen gesperrt. Wer einen der freien Plätze möchte, kommt am besten früh. Öffnungszeiten und Saison sollte man vor der Reise prüfen.
Kleine Extras, die man sonst kaum noch findet
Lisa wollte Dinge zurückbringen, die in vielen Hotels verschwunden sind, und das ist ihr gelungen. Abends kommt der Turndown-Service, ohne Aufpreis und auch in den Standardzimmern: Das Bett wird aufgedeckt, die Zierkissen werden beiseitegelegt, und es gibt Wasser und Schokolade. Am Strip ist das selten geworden. Wer seine Ruhe möchte, hängt einfach das Bitte-nicht-stören-Schild an die Tür.
Ein echtes Highlight ist der Hotelwagen: Ein Fahrer bringt Gäste kostenlos zu Zielen in der Umgebung, sofern der Wagen gerade frei ist. Einfach beim Valet-Service, also dem Parkservice an der Hotelauffahrt, oder an der Rezeption fragen. Dazu kommt ein kleines Fitnessstudio, das rund um die Uhr geöffnet ist.
Natürlich sind hier auch Hunde willkommen. Es gibt hundefreundliche Zimmer, erlaubt sind bis zu zwei Hunde mit jeweils bis zu etwa 23 Kilo. Das kostet 75 Dollar pro Nacht plus Kaution, dafür gibt es auf Wunsch Leckerli, Napf, Decke und Leine für den vierbeinigen Gast. Gegenüber der Hotelauffahrt gibt es einen eingezäunten Auslaufplatz. Die Zahl der Hundezimmer ist begrenzt, also unbedingt vorher beim Hotel anmelden.
Parken, Resort Fee und Hausregeln
Das Parkhaus liegt neben dem Hotel, der Weg führt am Valet-Bereich vorbei. Die Aufzüge dort sind eng, und ein großer Teil der Stellplätze liegt auf dem Dach ohne Schatten, im Sommer wird das Auto dort richtig heiß. Parken kostet je nach Wochentag rund 20 bis 25 Dollar pro Tag, ab der Caesars-Rewards-Stufe Platinum ist es kostenlos. Valet-Parken kostet extra, und über das in den USA übliche kleine Trinkgeld bei der Rückgabe des Autos freut sich der Parkservice.
Wie fast überall in Las Vegas kommt eine Resort Fee dazu, eine tägliche Pflichtgebühr, die zusätzlich zum Zimmerpreis fällig wird, egal ob man Pool und WLAN nutzt oder nicht. Hier sind es rund 55 Dollar plus Steuern pro Nacht, zusammen gut 62 Dollar. Sie wird erst vor Ort fällig und ist im Preis vieler Buchungsportale nicht enthalten. Beim Check-in wird außerdem eine Kaution auf der Kreditkarte geblockt. Einchecken darf nur, wer mindestens 21 Jahre alt ist, und die Zimmer sind rauchfrei. Zur Eröffnung lagen die Zimmerpreise noch bei 400 bis 500 Dollar pro Nacht, inzwischen findet man vor allem unter der Woche deutlich günstigere Angebote.
Lisas erstes Kochbuch: Home at Villa Rosa
Wer nach dem Besuch noch mehr Vanderpump möchte: Im Oktober 2026 ist Lisas erstes Kochbuch erschienen, „Home at Villa Rosa: Cooking & Living the Vanderpump Way“, benannt nach ihrem Anwesen in Beverly Hills. Dort lebt sie mit Ken, sieben Hunden, Schwänen, Ponys und Schildkröten, wobei sie Ken mit einem Augenzwinkern gern als das wildeste Tier von allen bezeichnet.
Auf 304 Seiten stehen rund 70 Rezepte, viele aus der Familie, einige aus ihrem früheren Restaurant Villa Blanca, dazu Tipps fürs Gastgeben, fotografiert in der Villa Rosa zwischen ihren Sammlerstücken. Das Motto: wenig Aufwand, viel Wirkung. Entstanden ist das Buch aus vielen kleinen Notizbüchern, die sie über die Jahre gefüllt hat, und Giggy hat darin natürlich eine eigene Seite. Das Buch gibt es bisher nur auf Englisch, mehr dazu beim Verlag Hachette. Mit den vielen Fotos aus der Villa Rosa macht sich das gebundene Buch auch als hübscher Bildband auf dem Wohnzimmertisch gut, ganz ohne dass man den Herd anwerfen muss.
Mein Fazit
Das Vanderpump Hotel ist kein Mega-Resort, und es will auch keines sein. Es ist ein sehr persönliches Boutique-Hotel in einer der besten Lagen am Strip, in dem man an jeder Ecke spürt, wer es gestaltet hat. Die Zimmer sind hübsch, hell und duften, die Betten sind ein Traum, das Personal gilt als ausgesprochen herzlich, und Gesten wie der Turndown-Service oder der Hotelwagen sind am Strip selten geworden. Kein Wunder, dass das Hotel in kurzer Zeit so viele Fans gefunden hat.
Perfekt ist es trotzdem nicht. Die Zimmer und vor allem die Bäder sind klein, die Dusche ist gewöhnungsbedürftig, der Ausblick oft bescheiden, im Haus gibt es kaum Restaurants, und der Pool hat seine besten Tage hinter sich. Wer ein großes Resort mit Dutzenden Restaurants und einer riesigen Poollandschaft sucht, ist hier falsch.
Wer aber Stil, kurze Wege, einen Hauch Beverly Hills und eine Gastgeberin mit Herz und Humor sucht, wird sich hier wohlfühlen, und Hundefreunde sowieso. Oder wie Lisa es in ihrem Willkommensbrief an die Gäste nennt: Dieses Hotel ist ihr kleiner Liebesbrief an Las Vegas.
| MEINE TIPPS FÜR DEINEN BESUCH |
| → Resort Fee und Kaution: Rund 62 Dollar Resort Fee pro Nacht inklusive Steuern werden erst vor Ort fällig, dazu wird eine Kaution auf der Kreditkarte geblockt. Das sollte man bei der Reisekasse einplanen. |
| → Eingang finden: Rezeption und Hoteleingang liegen nicht am Strip, sondern hinten an der Hotelauffahrt beim Parkhaus. Mit Google Maps ist der Eingang schwer zu finden, darum Taxi oder Uber ausdrücklich zur Hotelauffahrt schicken. |
| → Das richtige Zimmer: Wer Ausblick möchte, bucht ein Zimmer mit Strip-Blick. Wer einen leichten Schlaf hat, fragt beim Check-in nach einem ruhigen Zimmer abseits der Strip-Seite und der Bars. |
| → Bad mit Durchblick: Die Duschwand ist zum Teil ein Spiegel, durch den man vom Zimmer aus hineinsehen kann, und die Toilette hat keine Tür. Gut zu wissen, wenn man sich das Zimmer nicht mit dem Partner teilt. |
| → Finger weg von der Minibar: Die Minibar arbeitet mit Sensoren, schon das Anheben kann berechnet werden. Kaffee, Tee und zwei Flaschen Wasser im Zimmer sind dagegen kostenlos. |
| → Zimmerreinigung: Die tägliche Zimmerreinigung beim Check-in ausdrücklich wünschen, sonst kann es passieren, dass sie ausfällt. |
| → Hotelwagen nutzen: Der Hotelwagen fährt Gäste kostenlos zu Zielen in der Umgebung. Mit etwas Glück geht es sogar bis zum Flughafen. Vorher an der Rezeption oder beim Valet-Service nachfragen, denn der Wagen ist beliebt und nicht immer frei. |
| → Caesars Rewards: Die kostenlose Spielerkarte von Caesars gilt auch hier. Wer sich anmeldet, sammelt Punkte, ab Platinum-Status ist das Parken kostenlos. |
| → Pool: Früh kommen, denn freie Liegen und Schatten sind knapp. Der Pool schließt schon um 17 Uhr, Sonnenschutz nicht vergessen. |
| → Fensterplatz im Giada: Bei der Reservierung um einen Fensterplatz bitten, dann gibt es die Bellagio-Fontänen zum Essen dazu. |
| → Münze nicht verlieren: Beim Check-in gibt es eine Münze mit Giggy. Sie gilt als Gutschein für einen Begrüßungscocktail im Gigolo, oder man behält sie als hübsches Andenken. |
Stand: Oktober 2026. Das Hotel ist erst seit Sommer 2026 als Vanderpump Hotel geöffnet, Angaben zu Preisen, Öffnungszeiten und Angeboten können sich jederzeit ändern. Am besten vor der Reise auf der offiziellen Website des Vanderpump Hotel gegenchecken.
