New York New York Las Vegas: Manhattan am Strip

Vor drei Jahren war ich schon einmal hier. Damals bin ich hauptsächlich durchgelaufen: von einem Casino zum nächsten, die Skyline im Vorbeilaufen bestaunen, die Freiheitsstatue kurz fotografieren und weiter. Diesmal wollte ich genauer hinschauen. Was steckt wirklich hinter der beeindruckenden Fassade? Lohnt es sich, hier zu übernachten? Die Antwort kam schneller als erwartet.

460 Millionen Dollar für eine Stadt in der Stadt

Das New York New York öffnete am 3. Januar 1997, gebaut für 460 Millionen Dollar und mit einem Auftrag, der kaum größer hätte sein können: Manhattan in die Wüste Nevadas zu bringen. Was entstanden ist, übertrifft das Versprechen. Zwölf New Yorker Hochhäuser in einem einzigen Gebäude vereint: Empire State Building, Chrysler Building, New Yorker Hotel, alles auf rund ein Drittel der Originalgröße geschrumpft. Der höchste Turm misst 529 Fuß (161 Meter) und war bei der Eröffnung das höchste Gebäude Nevadas, bis 2005 das Wynn eröffnete. Vorne am Eingang: eine 46 Meter hohe Freiheitsstatuen-Replik und eine Nachbildung der Brooklyn Bridge.

Wer genau hinschaut, bemerkt etwas: Die Twin Towers des World Trade Centers fehlen in der Skyline. Das ist kein Versehen: Das New York New York orientiert sich bewusst am New York der 1940er Jahre. Die Türme wurden erst in den 1970er Jahren gebaut und passen schlicht nicht in das Bild der Stadt, das hier nachgebaut wurde. Ein Detail, das man erst bemerkt, wenn man es weiß.

Im Inneren setzt sich das Thema konsequent fort. Kopfsteinpflastergassen, Straßenlaternen, Neonreklamen, Geschäfte, die an Greenwich Village und Times Square erinnern. Das Casino-Dach täuscht einen bewölkten Himmel vor. Es ist kitschig, aber auf eine Art, die unweigerlich Charme hat und die man auf dem heutigen Strip immer seltener findet. Das New York New York gehört heute zu MGM Resorts International und ist Teil des Marriott Bonvoy Programms.

Die Lage: südlicher Strip mit guter Anbindung

Das Hotel liegt an der Kreuzung Tropicana Avenue und Las Vegas Boulevard, südlicher Strip, gegenüber dem MGM Grand und neben dem Excalibur. Über Fußgängerbrücken mit Rolltreppen und Aufzügen sind beide Hotels direkt erreichbar. Von den Brücken sieht man übrigens auch die Baustelle des neuen Baseballstadions der Las Vegas A’s, das auf dem Gelände des früheren Tropicana entsteht. Direkt nebenan liegt The Park, eine begrünte Außenpromenade mit Restaurants und direktem Zugang zur T-Mobile Arena. Park MGM ist ebenfalls fußläufig erreichbar.

Wer zum Center Strip möchte (Bellagio, Caesars Palace, Cosmopolitan), sollte wissen, dass der Fußweg gut 20 Minuten dauert. Uber und Lyft sind in Minuten gerufen, oder man nimmt die Monorail vom MGM Grand. ABC Store, Walgreens und Target liegen nur wenige Gehminuten entfernt, ideal, um sich günstig einzudecken.

Das Zimmer: New Yorker Loft-Feeling, frisch renoviert

Im Rahmen einer 63 Millionen Dollar teuren Renovierung wurden 1.830 Zimmer und 155 Suiten neu gestaltet. Das Ergebnis: New Yorker Loft-Ästhetik mit gelbem Leder-Kopfteil, Backsteinoptik, schwarz-weißen Kunstdrucken und Teppichen in gedämpften Mustern. Die Standardzimmer (Soho-Kategorie) haben rund 32 Quadratmeter, die Premier-Zimmer rund 42 Quadratmeter. Beide Kategorien sind sauber und gepflegt.

Ein Punkt, der auffällt: Standardzimmer haben keinen Kühlschrank. Wer einen braucht, fragt beim Check-in danach. Manchmal wird er sogar kostenlos aufs Zimmer gebracht, versprechen kann man das aber nicht. Außerdem: Viele Zimmer haben getönte Fenster, die das Tageslicht spürbar dämpfen. Im Sommer hält das die Hitze draußen. Wer aber helle Räume mag, findet das Zimmer eher dunkel. Aussuchen kann man es bei der Buchung leider nicht, beim Check-in fragen lohnt sich trotzdem.

Das Casino: klein aber atmosphärisch

Mit rund 4.810 Quadratmetern ist das Casino des New York New York eines der kleinsten am gesamten Strip und trotzdem eines der atmosphärischsten auf dem Boulevard. Bemalte Fassaden, Straßenschilder, Neonlichter und eine Center Bar in der Mitte des Casinos, abends mit Live-Musik und lebhafter Atmosphäre. Die Mindesteinsätze an den Spieltischen gehören zu den niedrigeren am Strip. Dazu kommt ein Sportwetten-Bereich gleich am Eingang von der Strip-Seite, der klein, aber gemütlich ist.

Essen und Trinken: mehr als erwartet

Mit über 16 Restaurants und 8 Bars hat das New York New York mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick denkt. Statt alle einzeln aufzuzählen, hier eine Orientierung:

Gehoben: Gallagher’s Steakhouse ist das Flaggschiff, ein New Yorker Original seit 1927, mit trocken gereiften Steaks (dry-aged), die gleich im Schaufenster liegen, und klassischer Atmosphäre. Il Fornaio serviert hausgemachte Pasta und Pizzen aus dem Holzofen, mit einer Happy Hour an der Bar, die sich lohnt.

Mittleres Segment: Tom’s Watch Bar bietet Burger, Steaks und Sport auf großen Bildschirmen. America Restaurant ist rund um die Uhr geöffnet, ideal für späte Ankünfte oder frühe Abreisen. Im September 2026 wurde das Restaurant komplett neu gestaltet: Eine warme Terrakotta-Walnuss-Petrol-Optik ersetzt das klassische Rot-Weiß-Blau, das USA-Kartenrelief an der Decke ist jetzt eine Projektionsfläche, dazu kommen eine neue geschwungene Bar und ein neues Menü von Küchenchef Brandon Flores, darunter auch das Chicken Parmesan, das nach längerer Pause wieder auf der Karte steht. Chin Chin serviert Asiatisches und Sushi direkt neben Gallagher’s. Gonzalez y Gonzalez ist die mexikanische Option mit eigener Tequila-Bar.

Günstig und schnell: Village Street Eateries ist das Herzstück, eine Gasse mit Greenberg’s Deli (Reuben empfohlen), Sirrico’s Pizza, Fulton’s Fish Frye, Times Square Hot Dogs, Lucky Pig mit Dumplings und Bao, 48th & Crepe und der Village Bakery. Gleich nebenan liegt die Broadway Burger Bar. Shake Shack und Nathan’s Famous Hot Dogs sind ebenfalls im Haus. Wer Pizza möchte: Sirrico’s in der Gasse ist deutlich besser als die New York Pizzeria im Food Court im ersten Stock.

Bald neu: Anfang 2027 soll eine weitere Bar dazukommen. Gebaut wird sie von Ark Restaurants, dem Betreiber von America und Gallagher’s. Ein Name ist noch nicht bekannt.

Und dann ist da noch Hershey’s Chocolate World, ein zweistöckiger Schokoladenladen mit über 800 Produkten, einer lebensgroßen Freiheitsstatue aus roten Fruchtgummi-Stangen und einer Schokoladen-Freiheitsstatue aus über 360 Kilogramm Hershey-Schokolade. Kein Restaurant, aber eine der beliebtesten Attraktionen im Hotel. Gleich daneben serviert die Chocolate Bar Cocktails mit Hershey-Sorten, zum Beispiel einen Martini mit Reese’s.

Nine Fine Irishmen: ein Pub mit Geschichte

Unter all den Restaurants verdient der Nine Fine Irishmen einen eigenen Absatz. Nicht nur wegen Fish & Chips, Shepherd’s Pie und Irish Nachos, sondern wegen der Geschichte dahinter: Jeder Stein dieses Pubs wurde in Irland von Hand gefertigt, nach Las Vegas verschifft und dort zu einem echten irischen Pub zusammengesetzt. Das ist kein aufgesetztes Thema, sondern echte irische Pub-Atmosphäre, mitten auf dem Las Vegas Strip, manchmal sogar mit Livemusik. Die Terrasse liegt direkt an der Brooklyn Bridge Plaza und wurde 2025 erweitert. Guinness-Fans werden sich wohlfühlen. Reservierung für den Abend empfohlen.

Big Apple Coaster: die Attraktion auf dem Dach

Der Big Apple Coaster ist nicht irgendeine Achterbahn, er ist Teil der Fassade des Hotels und läuft buchstäblich um die Hochhäuser des New York New York herum. 67 Meilen pro Stunde (108 km/h), ein Fall von 44 Metern und der weltweit erste 180-Grad-Heartline-Twist, ein Manöver, das die Fahrt kurz in einen kontrollierten Sturzflug verwandelt. Die Waggons sind als New Yorker Taxis gestaltet. Die Fahrt dauert knapp 3 Minuten und führt an Replikas von Freiheitsstatue, Chrysler Building und Empire State Building vorbei.

Wichtige Details: Mindestgröße 137 cm. Nichts in den Taschen lassen, Schließfächer gibt es gegen eine kleine Gebühr. Hotelgäste lassen ihre Sachen am einfachsten gleich im Zimmer. Wer einen empfindlichen Rücken hat, sollte das vorher bedenken, die Fahrt ist intensiv. Tickets gibt es am Schalter in der Arcade oder vorab online, gefahren wird täglich bis in den späten Abend.

Direkt neben der Achterbahn liegt die Big Apple Arcade, mit Dutzenden klassischen und modernen Spielautomaten, Virtual-Reality-Erlebnissen und Arcade-Klassikern. Für Familien eine der besten Unterhaltungsoptionen am südlichen Strip.

Bar at Times Square: Hier singt die ganze Bar mit

Mitten in der Village-Gasse liegt die Bar at Times Square, für viele der heimliche Star des Hotels. Jeden Abend treten hier zwei Pianisten gegeneinander an (auf Englisch Dueling Pianos) und spielen fast nur Wünsche aus dem Publikum. Nach kurzer Zeit singt die halbe Bar mit, es wird geklatscht und gerufen. Wer abends noch keinen Plan hat, ist hier genau richtig. Am besten nicht zu spät kommen, die Bar ist schnell voll.

Das hauseigene Theater, in dem bis September 2026 die Cirque-du-Soleil-Show Mad Apple lief, ist derzeit leer. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Der Pool: ehrlich bewertet

Der Pool hat nur ein einziges Becken für über 2.000 Zimmer, das ist für ein Hotel dieser Größe schlicht zu wenig. An heißen Sommertagen sind kostenlose Liegen rar. Handtücher werden gestellt, Cabanas können gegen Aufpreis gebucht werden. In der Winterpause dürfen Hotelgäste in der Regel den Pool des MGM Grand nutzen. Wer viel Zeit am Pool verbringen möchte, sollte ein anderes Hotel in Betracht ziehen.

Kein Spa: ein echtes Manko

Das New York New York hat kein eigenes Spa. Wer Massagen oder Gesichtsbehandlungen möchte, muss ins MGM Grand oder in ein anderes Nachbarhotel ausweichen. Das Fitnesscenter ist ordentlich ausgestattet, aber eher klein, und nur mit der Zimmerkarte zugänglich. Es öffnet früh am Morgen und schließt am Abend. Unter 18 ist der Zugang nicht erlaubt.

Check-in: mit Geduld

Der Check-in funktioniert nicht immer reibungslos, europäische Reisepässe bereiten an den Automaten gelegentlich Probleme. Im Zweifelsfall direkt zur Rezeption. Die liegt seit 2024 etwas versteckt: Von der Vorfahrt an der Ecke Tropicana Avenue und Las Vegas Boulevard geht es links durch die Tür mit der Aufschrift Hotel Registration, gleich neben den Aufzügen des Empire Tower. Dort stehen auch die Automaten für den Self-Check-in. An der alten Stelle der Rezeption ist heute die Midtown Bar, eine lange Bar im Art-déco-Stil mit Spielautomaten und vielen Bildschirmen. Eingecheckt wird am Nachmittag.

Die Anmeldung bei MGM Rewards ist kostenlos und lohnt sich trotzdem: Man sammelt Punkte und kann den Mobile Check-in über die MGM-App nutzen. Die großen Vorteile kommen erst mit höherem Status. Ab der Stufe Pearl ist das Selbstparken gratis, ab Gold entfällt bei Direktbuchung die Resort Fee, und es gibt eine eigene Spur beim Check-in.

Mein Fazit

Das New York New York ist das beste Themenhotel am Las Vegas Strip, konsequent umgesetzt, liebevoll gepflegt, mit einer Atmosphäre, die man so kein zweites Mal findet. Es ist kein Luxushotel. Der Pool ist zu klein. Es gibt kein Spa. Und der Kühlschrank fehlt im Standard. Aber wer ein renoviertes Zimmer, Gallagher’s Steakhouse, Nine Fine Irishmen, die Duell-Klaviere und den Big Apple Coaster auf einem Abend unterbringt, der versteht, warum dieses Hotel seit fast 30 Jahren auf dem Strip steht und nichts von seinem Charme verloren hat.

MEINE TIPPS FÜR DEINEN BESUCH
→ Bar at Times Square: Jeden Abend Duell-Klaviere mit Musikwünschen aus dem Publikum. Nicht zu spät kommen, die Bar ist schnell voll.
→ Kein Kühlschrank im Standard: Die meisten Standardzimmer haben keinen. Beim Check-in danach fragen, manchmal wird einer kostenlos gebracht. Getränke und Snacks gibt es günstig bei ABC Store, Walgreens und Target, alle in wenigen Gehminuten.
→ Check-in: Die Rezeption liegt seitlich neben den Empire-Aufzügen (Tür „Hotel Registration“). Mobile Check-in über die MGM-App spart Zeit. Bei MGM Rewards kostenlos anmelden, die Resort Fee entfällt aber erst ab Gold-Status und nur bei Direktbuchung.
→ Big Apple Coaster: Mindestgröße 137 cm. Taschen komplett leeren, Schließfächer gibt es gegen Gebühr. Hotelgäste lassen ihre Sachen am besten gleich im Zimmer.
→ Nine Fine Irishmen: Der irische Pub ist ein Muss, nicht nur wegen des Essens, sondern wegen der Geschichte. Jeder Stein wurde in Irland gefertigt und nach Las Vegas verschifft. Fish & Chips, Irish Nachos und Guinness gehören dazu. Reservierung empfohlen.
→ Günstig essen: Die Village Street Eateries sind eine der günstigsten Essensecken bei MGM: Pizza bei Sirrico’s, Sandwiches bei Greenberg’s Deli, Hot Dogs bei Times Square Hot Dogs.
→ Getönte Fenster: Viele Zimmer haben getönte Scheiben, die das Licht dämpfen. Wer es hell mag, fragt beim Check-in nach einem anderen Zimmer. Ein höheres Stockwerk bringt meist zumindest die schönere Aussicht.
→ Pool: Nur ein Becken für über 2.000 Zimmer. Handtücher werden gestellt, Liegen sind kostenlos, aber schnell vergriffen. Wer einen sicheren Platz möchte, bucht eine Cabana. In der Winterpause dürfen Hotelgäste meist den Pool des MGM Grand nutzen.
Fassade des New York New York Las Vegas am Tag mit nachgebauter Manhattan-Skyline, Empire State und Chrysler Building, roter Achterbahn Big Apple Coaster und Irish-Pub-Fassade hinter Palmen

Stand: November 2026. Angaben zu Preisen, Öffnungszeiten und Angeboten können sich jederzeit ändern. Am besten vor der Reise auf der offiziellen New-York-New-York-Website gegenchecken.

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