Ostern 2026. Draußen Regen, grauer Himmel, typisch deutsches Aprilwetter. Was macht man da? Man bucht spontan einen Flug nach Las Vegas. Die Entscheidung fiel schnell auf das Paris: zentrale Lage, alles fußläufig erreichbar, und die Schwiegereltern, die uns begleiten, sind nicht mehr ganz so flott zu Fuß wie früher. Ein Hotel, bei dem man vom Zimmer aus die Bellagio-Fontänen sehen kann und für den Abend keine langen Wege braucht, das war der Plan. Was daraus wurde, erzählen wir hier.
785 Millionen Dollar für ein Stück Paris in der Wüste
Das Paris Las Vegas öffnete am 1. September 1999, damals für 785 Millionen Dollar gebaut, mit einem klaren Auftrag: Las Vegas ein Stück Europa zu schenken. Und das ist gelungen. Die halbgroße Eiffelturm-Replik ragt aus dem Gebäude heraus und ist vom Strip aus weithin sichtbar. Dazu ein Zwei-Drittel-Nachbau des Arc de Triomphe direkt am Eingang, Kopfsteinpflaster-Gassen im Inneren, eine 12 Meter hohe Casinodecke, die den Pariser Himmel imitiert, mit bemalten Wolken, Straßenlaternen und Wegweisern auf Französisch. Wer sich fragt, ob das kitschig wirkt: Ein bisschen schon. Aber auf eine Art, die unweigerlich Charme hat. Kleiner Fun Fact am Rande: Seit April 2026 fliegt Air France sogar drei Mal wöchentlich nonstop zwischen Las Vegas und dem echten Paris, wer nach diesem Kurztrip Lust auf mehr bekommt, muss nicht mal umsteigen.
Heute gehört das Paris zu Caesars Entertainment und hat mit dem Versailles Tower einen komplett neuen Turm dazugewonnen. Insgesamt stehen 3.672 Zimmer und Suiten zur Verfügung, verteilt auf zwei sehr unterschiedliche Gebäude, die man kennen sollte, bevor man bucht.
Bordeaux Tower oder Versailles Tower: das ist der Unterschied
Das Paris hat zwei Türme, und der Unterschied könnte größer kaum sein. Der Bordeaux Tower ist der originale Paris-Turm, 34 Stockwerke, 2.916 Zimmer, französischer Charme, Kühlschrank im Zimmer inklusive. Die Zimmer sind zwar nicht mehr ganz neu, aber gepflegt, geräumig und mit bekannter Pariser Themendekoration ausgestattet. Wer klassisches Las Vegas-Feeling sucht, ist hier richtig.
Der Versailles Tower ist das Gegenteil: brandneu renoviert, modern, mit Marmorbädern und zeitlosem Design. Die Zimmer starten bei rund 39 Quadratmetern, die größten Standardzimmer am gesamten Strip. Der Haken: kein Kühlschrank im Standardzimmer, und der Weg vom Casino zur eigenen Zimmertür ist lang, sehr lang. Der Versailles Tower hieß früher Jubilee Tower und gehörte zum Hotel Bally’s Las Vegas, dem heutigen Horseshoe. Wer langsam zu Fuß ist oder schweres Gepäck hat, sollte das einkalkulieren.
Das absolute Highlight des Versailles Towers: 38 Balkone mit direktem Strip-Blick, westseitig, mit Sicht auf den Las Vegas Boulevard und die Bellagio-Fontänen. Paris ist damit das erste Strip-Hotel seit 14 Jahren mit neuen Balkonen, seit dem Cosmopolitan 2010. Diese Zimmer sind sehr begehrt und oft Wochen im Voraus ausgebucht.
Die Lage: besser geht es kaum
Das Paris liegt an einer der besten Adressen des gesamten Strips: direkt gegenüber dem Hotel Bellagio mit seinen weltberühmten Fontänen, neben dem Hotel Planet Hollywood und dem Miracle Mile Shopping Center, und über einen überdachten Innenweg direkt mit dem Hotel Horseshoe verbunden. Von dort aus ist auch die Monorail erreichbar. Eine Bushaltestelle hält direkt vor dem Hotel, und Uber und Lyft sind in Minuten gerufen. Wer in der Mitte des Strips wohnt, hat ganz Las Vegas vor der Haustür, und das war für unsere Reise mit den Schwiegereltern das entscheidende Argument.
Das Zimmer: Französisches Flair mit Alterserscheinungen
Die Zimmer im Bordeaux Tower sind geräumig, sauber und mit bequemen Betten ausgestattet. Die französische Landhausästhetik, warme Töne, geschwungene Möbel, Bilder von Pariser Szenen, macht die Zimmer gemütlich ohne überladen zu wirken. Die Blackout-Vorhänge funktionieren gut, der Lärmpegel vom Strip ist trotz zentraler Lage kaum zu hören.
Aber: Die Zimmer im Bordeaux Tower zeigen ihr Alter. Wer genau hinschaut, findet abgenutzte Teppiche, angestoßene Fußleisten und vereinzelte Gebrauchsspuren. Wer ein frisch renoviertes Zimmer erwartet, sollte in den Versailles Tower buchen. Eine Kaffeemaschine sucht man vergebens, trotz anderslautender Angaben auf manchen Buchungsplattformen. Wer morgens Kaffee braucht, ist im Café Bell Madeleine direkt neben den Aufzügen gut aufgehoben, rund um die Uhr geöffnet.
Ein Punkt, der unangenehm auffällt: Ein schweres Minibar-Tablett belegt den halben Schreibtisch. Wer das Tablett wegräumen möchte, zahlt bis zu 50 Dollar. Am besten beim Check-in direkt ansprechen und nach einem Zimmer mit freiem Schreibtisch fragen.
Das Casino: Paris pur
Das Casino des Paris ist eines der schönsten auf dem gesamten Strip, nicht wegen der Größe, sondern wegen der Atmosphäre. Die 12 Meter hohe Decke mit bemaltem Pariser Himmel, Kopfsteinpflasterwege, Straßenlaternen und die Pont-Alexandre-III-Brücke über dem Casino-Floor, man fühlt sich tatsächlich wie draußen in Paris. 100 Tischspiele, über 2.200 Spielautomaten, moderate Mindesteinsätze und ein renovierter Sportwetten-Bereich mit 128 Sitzplätzen. Das Casino ist vergleichsweise ruhig und übersichtlich, angenehm für alle, die keine chaotische Halle suchen. Seit 2025 gastiert übrigens die Live-Bühnenshow Wheel of Fortune LIVE!® im Paris Theater, mit Publikumsspielen und der Chance auf einen Trip nach Paris oder Hawaii.
Essen und Trinken: von der Patisserie bis zum Starkoch
Das Paris ist eines der gastronomisch stärksten Hotels auf dem Strip, allerdings ohne eigenen Food Court. Wer günstig essen möchte, muss das Hotel verlassen oder auf die Snack- und Kaffeetheken zurückgreifen.
Das Mon Ami Gabi ist die erste Adresse: ein klassisches französisches Bistro mit Terrasse direkt am Strip, Blick auf die Bellagio-Fontänen inklusive. Die Plätze auf der Außenterrasse sind abends heiß begehrt und schnell vergriffen, am besten reservieren. Frühstück, Mittagessen und Abendessen, das Mon Ami Gabi ist zu jeder Tageszeit eine gute Wahl.
Neu und sehr empfehlenswert: Dominique Ansel Marché, der James-Beard-Preisträger und Erfinder des Cronuts hat hier ein Markt-Café-Konzept eröffnet. Frische Croissants, Crêpes, Fruchttorten und Rotisserie-Huhn. Täglich von 7 bis 23 Uhr geöffnet, und die beste Frühstücksoption im Hotel. Gordon Ramsay Steak, Vanderpump à Paris und Nobu sind die weiteren Highlights. Alexxa’s mit Outdoor-Terrasse und Beer Park auf dem Dach sind die entspannteren Alternativen. Seit Ende 2025 gibt es zudem eine Filiale der beliebten US-Eiscreme-Kette Salt & Straw direkt am Hotel, perfekt für einen süßen Abschluss nach dem Spaziergang über den Strip. Le Cabaret bietet freitags und samstags kostenlose Liveunterhaltung direkt im Hotel.
Der Eiffelturm: zwei Erlebnisse in einem
Der Eiffelturm des Paris ist nicht nur Kulisse, er lädt zum Hinaufsteigen ein. Auf Stockwerk 11 speist man mit Panoramablick über den Strip, eine Etage höher wartet die Aussichtsplattform in 140 Metern Höhe mit 360-Grad-Panorama über Las Vegas. Das Ticket gilt drei Tage, praktisch, wenn das Wetter nicht mitspielt. Abends bei Einbruch der Dunkelheit ist der Blick am spektakulärsten. Tickets am besten online kaufen, Abendtickets sind oft ausverkauft.
Der Pool: ehrlich bewertet
Der Pool des Paris liegt auf dem Dach des Bordeaux Towers und hat eine wirklich schöne Aussicht auf den Eiffelturm. Aber: nur ein einziges Becken für über 3.600 Zimmer, das ist zu wenig. Liegen sind kostenlos aber schnell vergriffen. Die Getränkepreise gehören zu den höchsten auf dem Strip, ein 6er-Pack kostet rund 88 Dollar. Keine Sonnenschirme ohne Aufpreis. Wer sparen möchte, kauft vorher im ABC Store oder im nahen Miracle Mile ein.
Check-in: das größte Manko
Es muss gesagt werden: Der Check-in im Paris ist das bekannteste Problem des Hotels. An Wochenenden und bei Großveranstaltungen wie der Formel 1 oder der World Series of Poker können die Wartezeiten zwei Stunden und mehr betragen. Das Personal wirkt chronisch unterbesetzt. Was hilft: Online vorab einchecken und den Self-Check-in-Kiosk nutzen. Wer Caesars Diamond Status hat, profitiert von einer eigenen Check-in-Lounge ohne Warteschlange.
Resort Fee und Parken
Das Paris erhebt wie fast alle Hotels in Las Vegas eine Resort Fee pro Nacht, enthalten sind WLAN und der Zugang zum Fitnesscenter. Das Parken im hoteleigenen Parkhaus kostet 20 Dollar pro Tag und wird mit dem Horseshoe geteilt. Beim Herausfahren unbedingt die Zimmerkarte scannen, sonst kann es zu einer Doppelabrechnung kommen.
Mein Fazit
Das Paris Las Vegas ist ein Hotel mit echtem Charakter und unschlagbarer Lage. Das französische Thema ist konsequent umgesetzt, die Atmosphäre im Casino einzigartig, und wer den Eiffelturm besteigt, erlebt Momente, die in Erinnerung bleiben. Bordeaux Tower buchen, wenn Kühlschrank und Paris-Feeling wichtig sind. Versailles Tower buchen, wenn moderne Zimmer und ein Balkon der Traum sind, und dann früh genug buchen. Den Check-in mit Geduld angehen. Und die Aussichtsplattform nicht verpassen. Und die Schwiegereltern? Vollauf zufrieden. Kurze Wege, schöne Aussicht, gutes Essen, mehr braucht es manchmal nicht. Bonjour, Strip.
| MEINE TIPPS FÜR DEINEN BESUCH |
| → Zwei Türme, gezielt buchen: Der Bordeaux Tower ist der originale Paris-Turm mit französischem Charme und Kühlschrank im Zimmer. Der Versailles Tower ist modern renoviert, größer und hat 38 Balkone mit Strip-Blick, aber keinen Kühlschrank und einen sehr langen Fußweg. Wer einen Balkon möchte, muss früh buchen und die ungerade Zimmernummer wählen, diese liegen auf der besseren Westseite. |
| → Check-in: Das größte Manko des Hotels. Wer an einem Freitag oder Samstag anreist, sollte mit bis zu zwei Stunden Wartezeit rechnen. Tipp: Online vorab einchecken, den Self-Check-in-Kiosk nutzen und pünktlich um 16 Uhr erscheinen, dann ist die Schlange am kürzesten. |
| → Minibar-Falle auf dem Schreibtisch: Ein schweres Tablett mit Snacks und Getränken nimmt den halben Schreibtisch ein. Wer es wegräumen möchte, zahlt bis zu 50 Dollar. Am besten gar nichts anfassen, und wer arbeiten möchte, fragt beim Check-in nach einem Zimmer mit freiem Schreibtisch. |
| → Eiffelturm-Restaurant: Reservierung unbedingt im Voraus buchen, am besten mehrere Wochen vor der Reise. Den Fenstertisch mit Blick auf die Bellagio-Fontänen ausdrücklich beim Buchen anfragen, er kostet Aufpreis, ist aber das Erlebnis wert. |
| → Aussichtsplattform: Tickets online kaufen, Abendtickets sind oft ausverkauft. Das Ticket gilt drei Tage, ideal, wenn das Wetter nicht mitspielt. Abends bei Einbruch der Dunkelheit ist der Blick am spektakulärsten. |
| → Pool: Nur ein Becken für über 3.600 Zimmer. Liegen sind kostenlos, aber schnell vergriffen. Getränke am Pool sind sehr teuer, wer sparen möchte, kauft vorher im nahen ABC Store oder bei der Miracle Mile ein. |
| → Der 20-Dollar-Trick: Ein alter Las Vegas-Trick, wer beim Check-in einen 20-Dollar-Schein zwischen die Reisepässe legt und freundlich nach einem schönen Zimmer fragt, bekommt manchmal ein überraschendes Upgrade. Manchmal auch nicht. Mit einem Lächeln, nie mit Erwartung. |
Stand: September 2026. Angaben zu Preisen, Öffnungszeiten und Angeboten können sich jederzeit ändern. Am besten vor der Reise auf der offiziellen Paris-Las-Vegas-Website gegenchecken.
